Phryso

Geschichte der Friesen

Rasseportrait

Das FPS - der DFZ

Der lange Weg zum Deckhengst


Andalusier als Kriegsbeute


Jens im Flaeming-Wald

Phryso - das Pferd der Ritter

Die Zeichnung des Hengstes "Phryso" gilt als die älteste bekannte Darstellung des Friesenpferdes. Wir verdanken dieses Bild dem Künstler Jan van der Straat, geboren 1523 in Brügge, gestorben 1605 in Florenz. Seine Pferdeporträts über verschiedene europäische Pferderassen des 16. Jahrhunderts wurden unter dem Namen "Equille Johannis Ducis Austriaci" berühmt, außerdem entstand im Jahre 1570 "Equus Hispanus". Bekannt ist auch, dass der Künstler H. Wierix die Phryso-Zeichnung im Jahre 1568 als Gravur ausführte.
"Phryso" war zu seiner Zeit ein ganz besonderes Pferd: das persönliche Reitpferd des berühmten Feldherrn Juan de Austria (1547 - 1578), welcher damals Neapel und Süditalien für die spanische Krone regierte und der als vorzüglicher Reiter galt. "Phryso" ist damit auch ein typischer Beweis für die Tatsache, dass auch im 16. Jahrhundert friesische Pferde als Ritterpferde sehr gesucht waren. Jan van der Straat lernte die Pferde aus dem Stall des Don Juan de Austria in Neapel kennen, wohin man ihn eingeladen hatte, und fertigte dort mehrere typische Porträts an.

Der Slowake Dr. Jaromir Dusek, 1926 in Topolcianky geboren, gilt heute als einer der bedeutendsten Hippologen und wurde zum Fachmann für alle Fragen der Barockpferderassen, zu denen neben den Friesen auch Andalusier, Lippizaner, Kladruber und Fredrigsborger gehören. Dusek, der für seine zahlreichen Forschungsarbeiten unter anderem auch von der UNESCO ausgezeichnet worden ist, beschäftigte sich auch mit den Arbeiten des Jan van der Straat und damit auch mit dem Hengst "Phryso", dessen Abbildung er als besonders interessant bezeichnete, weil sie den Typ des friesischen Pferdes zeigte, wie er im 16. Jahrhundert gezüchtet wurde, also noch bevor das Friesenpferd durch spanische Hengste in späteren Jahren weiter veredelt worden ist.
Duseks Forschungen ergaben, schon vor dieser Zeit, also im Mittelalter, war das Friesenpferd geschätzt, es galt als sehr leistungsfähig und sehr veranlagt für die Dressur. Es war das Ritterpferd schlechthin, die Beweglichkeit, das Sprungvermögen und die Rittigkeit der friesischen Pferde waren in damaliger Zeit berühmt und begehrt.
Als die Niederlande unter spanische Besatzung gerieten (1516 - 1648), wurde das ursprüngliche friesische Pferd mit spanischen Hengsten veredelt. Bei Phryso werden bereits erste Einflüsse spanischen Blutes sichtbar, interessant ist auch, dass Phryso noch nicht den heute so typischen Kötenbehang zeigt, was auf eine gezielte Selektion in den späteren Jahrhunderten schließen lässt. Dusek hält besonders den Trab für beachtenswert und bezeichnet ihn als ungewöhnlich raumgreifend, verbunden mit einer hohen karpalen Aktion und einer natürlichen Untersetzung unter die Kruppe. Sein Fazit: "Die Pferde sind für Dressuranforderungen gut geeignet."
Der Hengst "Phryso" wurde zum Namensgeber für das monatlich erscheinende Magazin der Königlichen Vereinigung "Het Friesch Paarden-Stamboek" (FPS) und auf Kacheln übertragen zum Markenzeichen des multifunktionalen "Fries Paarden Centrum" im niederländischen Drachten.